Archiv - Verbundforschung

FOR Grammatik und Verarbeitung verbaler Argumente

Projekttitel:Grammatik und Verarbeitung verbaler Argumente
Sprecher:Gereon Müller
Drittmittelgeber:DFG (FOR 742)
Förderzeitraum:2006 - 2012/13

Die Forschergruppe vereint Grammatiktheoretiker, Sprachtypologen und Psycholinguisten bei Untersuchungen zum Kern der Grammatik: der Beziehung von Verb und Argument. Die Forschungen erstrecken sich von der Argumentstruktur im Lexikon (die die Zahl und Art der thematischen Rollen eines Verbs festlegt) über die Argumentrealisierung in der Syntax (d.h. die Zuordnung von thematischen Rollen zu grammatischen Funktionen wie Subjekt und Objekt) und die Argumentkodierung in der Morphologie (also der Sichtbarmachung von grammatischen Funktionen mithilfe von Kasus oder Kongruenz) bis zur Argumentinterpretation in der Semantik. Eine wesentliche Rolle spielen dabei in allen vier Bereichen Prominenzskalen (Belebtheit, Definitheit, Person, Kasus, usw.). Die Forschungen sämtlicher Teilprojekte sind primär grundlagenorientiert. Die Untersuchungen zu einzelnen empirischen Phänomenen werden sowohl aus typologischer als auch aus grammatiktheoretischer Perspektive anhand einer Vielzahl von Sprachen durchgeführt: Der Schwerpunkt liegt durchweg ebenso sehr auf Detailstudien der Grammatik verbaler Argumente von Einzelsprachen (darunter u.a. Russisch, Weißrussisch, Belharisch, Dumi, Tschechisch, Slowenisch, Tlapanec, Southern Tiwa, Menomini, Sierra Popolua, Mandarin-Chinesisch, Hindi, Archi, Tschetschenisch, Diary, Kambera und nicht zuletzt auch Deutsch) wie auf großangelegten Sprachvergleichen bezüglich einzelner Phänomene. Die Ergebnisse werden systematisch durch psycholinguistische Studien (EEG-basierte EKP (ereigniskorrelierte Potentiale)-Studien und andere experimentelle Verfahren) flankiert und überprüft. Die so resultierende Dreifach-Perspektive (Grammatiktheorie, Typologie, Psycholinguistik) auf einen eng umgrenzten, zentralen Bereich der Sprache ist in dieser Form neu. Wie die im ersten Jahr der Laufzeit der Forschergruppe erreichten Ergebnisse zeigen, können durch diese Vorgehensweise deutliche Synergieeffekte erzielt werden; offene Fragen der einen Perspektive können durch die Einbeziehung der Evidenz aus einer anderen Perspektive beantwortet werden. Der Erfolg einer derartigen Unternehmung kann nur bei einer genuin interdisziplinären Vorgehensweise sichergestellt werden. Grundlage hierfür ist eine besondere, in Deutschland einzigartige Option für die Sprachwissenschaft in Leipzig: Die Forschergruppe wird gemeinsam getragen von der Universität Leipzig, vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie und vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. 

TeilprojekteAntragsteller/in
Typologische Varianz bei der Verarbeitung grammatischer RelationenBalthasar Bickel &
Ina Bornkessel-Schlesewsky
Valenzklassen in den Sprachen der Welt: Eine Untersuchung der Argumentstrukturen von Verbklassen in lexikalisch-typologischer und areal-historischer Perspektive Bernard Comrie
Marked absolutive and marked nominative case systems in synchronic and diachronic perspective Michael Cysouw
Mikrotypologische Variation in Argumentrealisierung und MorphosyntaxUwe Junghanns
Argumentkodierung in Morphologie und Syntax Gereon Müller
Präfixe und verbale ArgumenteGerhild Zybatow
Die interne Struktur von Personen-PortmanteausMichael Cysouw & Jochen Trommer
Experimentelle Untersuchungen zur Feinstruktur argumentkodierender FlexionsmarkerAngela Friederici &
Gereon Müller

FOR Sprachtheoretische Grundlagen der Kognitionswissenschaft

Projekttitel:Sprachtheoretische Grundlagen der Kognitionswissenschaft
Sprecherin:Anita Steube
Drittmittelgeber:DFG (FOR 349)
Förderzeitraum:1999 - 2006
Abschlussbericht
TeilprojekteAntragsteller/in
Ereignisstrukturen: Grammatische und konzeptuelle Komponenten der ÄußerungsinterpretationJohannes Dölling
KONTRAST und KORREKTUR im Interaktionsbereich von Lexikon, Syntax, Informationsstruktur und Prosodie mit Schwerpunkt auf den SlavinenGerhild Zybatow
Mehrdimensionale Repräsentation von Sprach- und Weltwissen: Untersuchungen zu Präsuppositionen und NegationenIngolf Max
Lexikon-Syntax-Schnittstelle: Grammatische Kategorisierung in Auswirkung auf eine (a)symmetrische Syntax Susan Olsen
Morpho-syntaktische Form und Logische Form: Über das Zusammenspiel von formalen und inhaltlichen Merkmalen bei der Derivation interpretierbarer syntaktischer StrukturenJosef Bayer
Intonation und Bedeutung in InformationsstrukturierungAnita Steube
Informationsstruktur russischer nicht-deklarativer Sätze und ihr Zusammenhang mit Wortstellung und ProsodieGerhild Zybatow
Die Konzeptionierung des nominalen Lexikons in indogermanischen Sprachen (Latein, Irisch, Armenisch, Albanisch) hinsichtlich Wortart, Flexion, WortbildungRosemarie Lühr
Prädiktive Satzverarbeitung im Deutschen: Zur Nutzung prosodischer und informationsstruktureller Informationen Thomas Pechmann

Graduiertenkolleg Universalität und Diversität

Projekttitel:Universalität und Diversität: sprachliche Strukturen und Prozesse
Sprecherin:Gerhild Zybatow
Drittmittelgeber:DFG (GRK 399)
Förderzeitraum:1997 - 2006

Das Graduiertenkolleg fördert die wissenschaftliche Ausbildung und Forschung im Bereich der theoretischen und experimentellen Grundlagen der Linguistik. Es verkörpert die Fachgebiete der theoretischen und Psycholinguistik, der experimentiellen Psychologie, der Informatik sowie der Neuropsychologie der Sprache und führt sie zu einem fachübergreifenden Studium der einzelsprachlichen Sprachanalyse zusammen. Das besondere Profil des Kollegs besteht in der innovativen Integration dieser einzelsprachlichen Analysen in eine einheitlich ausgerichtete allgemein-sprachwissenschaftliche Theorienbildung, die durch neuere und neueste Erkenntnisse der Kognitionswissenschaft ergänzt wird.

letzte Änderung: 24.08.2017